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		<title>Der 5. Mai 2015</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/der-5-mai-2015/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Brigitte]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 May 2025 03:30:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken und Erinnerungen an Kathi]]></category>
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					<description><![CDATA[Zehn Jahre sind vergangen, seit du nicht mehr bei uns bist. Eine unendlich lange Zeit, in der wir gelernt haben, ohne dich weiterzuleben. Doch trotz all der Jahre fällt es mir immer noch schwer, damit abzuschließen. Wochen vor deinem Sterbetag sind für mich besonders schwer – ich denke oft an dich, fühle Traurigkeit und vermisse [&#8230;]]]></description>
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<p>Zehn Jahre sind vergangen, seit du nicht mehr bei uns bist. Eine unendlich lange Zeit, in der wir gelernt haben, ohne dich weiterzuleben. Doch trotz all der Jahre fällt es mir immer noch schwer, damit abzuschließen. Wochen vor deinem Sterbetag sind für mich besonders schwer – ich denke oft an dich, fühle Traurigkeit und vermisse dich unendlich. Gleichzeitig verschwimmen manche Erinnerungen, Details verblassen – und das fühlt sich manchmal wie Verrat an dir an.</p>



<p>Wenn ich mich diesen Gefühlen stelle, greife ich zu deinem Buch und blättere darin.  Das sind die Worte, die ich zu deinem Tod geschrieben habe. Heute &#8211; vor zehn Jahren. </p>



<p><strong>Die Welt steht still, weil Kathi fehlt</strong></p>



<p><em>Am 5. Mai 2015 um 5:30 am Morgen hörte mein Kind auf zu atmen und machte sich leise auf den Weg in ein anderes Leben. Ein Leben ohne diesen schrecklichen Krebs, der 16 Monate ihr ständiger Begleiter war. Seitdem ist die Welt nicht mehr so, wie sie davor war. Für manche Dinge wird es niemals die richtigen Worte geben. Manche Dinge möchte man auch nie erleben müssen. Und dennoch passieren sie. Kathis früher und unbegreiflicher Tod ist für mich als ihre Mama immer noch ein Schock, der nun langsam der gnadenlosen Gewissheit weicht. Sie ist einfach nicht mehr da. Ich kann sie nicht mehr umarmen, umsorgen, mit ihr zu lachen, weinen, sie begleiten und bewundern für ihre Zuversicht, ihren Mut und ihre Dankbarkeit für die vielen kleinen, schönen Dinge in ihrem Leben. Ich vermisse sie. Tausendmal am Tag.</em><br><em>Dass Kathi eine schwere Zeit vor sich haben würde, war am Donnerstag vor ihrem Tod zur grausamen Realität geworden, dem Hoffen und Bangen wurde ein jähes Ende gesetzt. Das letzte MRT war schlecht ausgefallen. Die 30 Gehirnmetastasen zeigten ein rasantes Wachstum. Man konnte mittlerweile klar ausschließen, dass das Wachstum eine vorübergehende Nebenerscheinung von PEM (ein humanisierter und monoklonaler Antikörper und Arzneistoff zur Behandlung von metastasiertem, schwarzen Hautkrebs) war. PEM hatte nicht die Wirkung gezeigt, die wir uns alle so sehr gewünscht hatten. Kathi nahm die Nachricht gefasst auf und besprach mit ihrer Ärztin im Detail, was auf sie zukommen würde. Selbst in dieser Situation wollte sie die Kontrolle nicht verlieren, obwohl es nichts mehr zu gewinnen gab. Es war nur mehr eine Frage der Zeit, wann wichtige Körperfunktionen durch die Krankheit massiv in Mitleidenschaft gezogen würden. Es war viel davon die Rede, wie Schmerzen zu vermeiden wären. Kathi blieben noch ein paar Wochen, bestenfalls Monate. Mein Kind war zu verzweifelt, um es mir diesen Wahnsinn selbst mitzuteilen. Diese Aufgabe übernahm ihre Ärztin. Wie schon so viele Male vorher weinten Kathi und ich erst einmal fürchterlich und hielten uns fest. Dann trockneten wir die Tränen und beschlossen, einfach weiterzumachen. Sie wie die vielen Male vorher. Was wäre denn die Alternative gewesen?</em><br><em>Freitag erhielt sie ihre sechste Gabe PEM, tapfer und mit der verzweifelten Hoffnung, dass dies vielleicht die entscheidende Wende bringen würde. Am Wochenende war Kathi zwar stationär ans AKH gebunden, tagsüber durfte sie allerdings zu mir. Am Samstag malte ich noch mit Freunden in einer Blitzaktion ihr Zimmer aus und richtete es ein. Sie sollte es fein haben, ein gemütliches Zuhause mit Blick in den Garten. Kathi freute sich riesig über ihr neues Reich und konnte es kaum erwarten, es mit dem Krankenzimmer auf der Onkologie zu tauschen. Ich war überglücklich, ich konnte etwas für ihr Wohlbefinden tun.<br>Am Sonntag holte meine jüngere Tochter Julia Kathi vom AKH ab und brachte sie zu mir nach Hause. Chrisi, ihre Freundin war zum Brunch da und auch Kathis Papa fand sich bei uns ein. Es war rundum gemütlich. Die Stimmung ein wenig gedämpft wegen der schlechten Befunde, aber Rückschläge hatten wir doch schon oft. Ich erinnere mich an einen Moment, der immer wieder vor meinem geistigen Auge abläuft. Nachdem ihre Schwester und ihre Freundin gegangen waren, saß Kathi uns am Tisch gegenüber. Wir hielten beide ihre Hände, Papa hielt ihre rechte, ich ihre linke Hand. Sie sah uns an und flehte fast trotzig: &#8222;Ich will nicht, dass es schlechter wird, als es jetzt ist&#8220;. Ein Wunsch, der ihr erfüllt werden sollte.</em><br><em>Am Abend drehten wir noch eine kleine Runde mit Jakob, unserem Hund. Kathi war sehr müde und konnte nur ganz langsam gehen. Im Park setzte sie sich auf eine Bank und sah Jakob und mir beim Spielen zu. Auch dieses Bild geht mir nicht aus dem Kopf. Sie sah uns zu, als wäre sie ganz weit weg.<br>Am Abend brachte ich sie zurück ins AKH und setzte sie vor der Eingangstür ab. Wir verabschiedeten uns voneinander und vereinbarten, dass ich sie am Montag zu Mittag wieder abhole. Sie wollte noch zu einem Bluttest und die Entlassungspapiere abwarten.<br>Montag meldete sie sich nicht. Nach Mittag wurde ich unruhig und rief auf der Station an. Die Ärztin teilte mir mit, heute wäre kein guter Tag. Kathi sei erschöpft und schlafe tief und fest. Meinen Besuch würde sie gar nicht bemerken. Ich soll mir keine Sorgen machen, sie habe keine Schmerzen.<br>Am Abend hielt ich es dann doch nicht aus und fuhr zu ihr ins AKH. Kathi lag in ihrem Bett und hat meine Anwesenheit tatsächlich nicht registriert. Ihr Schlaf glich eher einem Koma. Ich streichelte sie und redete beruhigend auf sie ein. &#8222;Alles wird gut, Süße. Schlaf gut. Morgen ist wieder ein besserer Tag!</em><br><em>Als ich wieder zuhause war, rief ich zur Sicherheit noch Kathis Ärztin an. Zu viele Fragen gingen mir durch den Kopf. Ob sie Morphine bekommen hätte, weil sie gar so reglos schläft? Als sie mir versicherte, dass dies nicht der Fall wäre, Kathi keine Schmerzen hätte, einfach nur so, so erschöpft wäre, konnte auch ich irgendwann einmal Schlaf finden. Morgen ist sicher ein besserer Tag. Bitte, lass es so sein!<br>Am nächsten Morgen, kurz vor sechs Uhr, läutete dann mein Handy. Ein Arzt der Onkologie teilte mir mit, dass Kathi um halb sechs Uhr verstorben war. Ihre Atmung hatte ausgesetzt.<br>Nein! Nein! Nein!</em><br><em>Seitdem ist alles anders. Manchmal vergehen die Tage wie in Trance. Das sind die Tage, die ich lieber mag. Da spürt man den Schmerz nicht so sehr.<br>Kathis Freunde und Wegbegleiter sind sich alle einig. Ihr Buchprojekt muss verwirklicht werden. Die Book Release Party, die sie am 14. Juni 2015 geben wollte, kommt nun leider nicht mehr zustande. Aber Süße, ich verspreche dir, alles zu tun, damit deine Geschichte gelesen werden. Du hast es dir verdient.</em><br><br><em>In unendlicher Liebe<br></em>Mama<br><br></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Hunde – Die treuesten Begleiter in schweren Zeiten</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/hunde-die-treuesten-begleiter-in-schweren-zeiten/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 21 Apr 2025 17:21:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umgang mit der Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Es ist Ostermontag. Ein Tag zum Durchatmen, zum Innehalten – so zumindest der Plan. Nach fünf vollgepackten Arbeitstagen, einem Wochenende voller Erledigungen und dem obligatorischen Familienbrunch am Ostersonntag, sollte dieser Tag mir gehören. Ruhe. Pause. Stille. Doch genau diese Stille ist es, die mich herausfordert. Ich bin so sehr im „Funktionieren“, dass ich gar nicht [&#8230;]]]></description>
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<p>Es ist Ostermontag. Ein Tag zum Durchatmen, zum Innehalten – so zumindest der Plan. Nach fünf vollgepackten Arbeitstagen, einem Wochenende voller Erledigungen und dem obligatorischen Familienbrunch am Ostersonntag, sollte dieser Tag mir gehören. Ruhe. Pause. Stille.</p>



<p>Doch genau diese Stille ist es, die mich herausfordert. Ich bin so sehr im „Funktionieren“, dass ich gar nicht mehr weiß, wie man loslässt. Das Alleinsein fühlt sich nicht wie Erholung an, sondern wie eine Prüfung. Und dann ist da Jakob. Mein Hund. Mein Fels. Mein bester Freund. Und ja – dieser Beitrag gehört nur ihm.</p>



<p>Dabei hätte ich nie gedacht, dass ich mal ein Hundemensch werde. Ich war überzeugt, dass Katzen besser zu mir passen. Still, unabhängig, ein bisschen eigen – wie ich. Aber dann kam der Januar 2014. Kathi wurde krank. Krebs. Von einem Tag auf den anderen war nichts mehr, wie es war. Die Diagnose riss sie aus ihrem Leben, aus der Arbeit, aus der Leichtigkeit. Zuhause wurde es stiller. Und schwerer. Ihr Lachen, früher laut und ansteckend, war plötzlich kaum noch zu hören.</p>



<p>Ich spürte: Wir brauchen jemanden. Einen, der keine Fragen stellt. Der einfach da ist. Der Wärme schenkt, ohne Worte. Einen Hund.</p>



<p>Es war ein kurzer Moment der Recherche, ein einziger Blick auf eine Züchterseite – und da war er: ein kleiner, rundlicher Tibet-Terrier, schneeweiß, mit einem einzigen braunen Fleck auf der Seite. Als hätte jemand eine Tasse Cappuccino über ihn gekippt. Jakob.</p>



<p>Im Oktober 2014 zog er bei Kathi ein – und mit ihm zog neues Leben ein. Plötzlich war da wieder Lachen im Haus. Er war quirlig, neugierig, manchmal auch nervig – aber immer voller Liebe. Natürlich war es nicht einfach. Welpen bringen Chaos, Verantwortung und einen neuen Alltag. Doch inmitten von Krankenhausbesuchen, Therapien und Ängsten war Jakob der Lichtblick. Er verstand, ohne zu verstehen. Spürte, was sie brauchte – und war einfach da.</p>



<p>Als Kathi zu schwach wurde, übernahm ich. Jakob zog zu mir. Ich organisierte einen Hundesitter, strukturierte meinen Tag neu – alles, um diesen kleinen Vierbeiner in unserem Leben zu behalten. Rückblickend war es vielleicht nicht der beste Zeitpunkt für einen Welpen. Aber ganz ehrlich? Ich glaube, er war genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.</p>



<p>Und dann kam der schlimmste Tag. Kathi war nicht mehr da. Und ich… ich fiel. Tief. Doch ich fiel nicht allein. Jakob war da. Leise. Behutsam. Mit seiner Schnauze auf meinem Bein, seinen Augen auf mir. Er trug meinen Schmerz mit, wie ein stiller Held. Zog mich zurück ins Leben. Schritt für Schritt.</p>



<p>Wegen ihm musste ich raus. Raus in die Natur. Raus aus meiner Trauerblase. Spaziergänge wurden zu Therapie, sein Blick zum Halt. Wenn ich weinte, blieb er. Immer. Und irgendwann wurde es ein kleines bisschen heller.</p>



<p>Später nahm ich mir vor, mit ihm zur Hundeschule zu gehen – aus Vernunft, aus Pflichtgefühl. Einzeltraining, weil ich für Gruppen noch nicht bereit war. Doch schon nach der ersten Stunde wurde klar: Wir brauchten das nicht. Wir waren längst ein eingespieltes Team. Jakob wich nie von meiner Seite. Die Trainerin sagte, er fühle sich verantwortlich für mich. Und das stimmte.</p>



<p>Er begleitete mich überall hin – auch nach Deutschland, als ich für zweieinhalb Jahre dort lebte. Ein geduldiger Beifahrer auf der Strecke zwischen Stuttgart und Teesdorf. Später, zurück in Wien, wurde er sogar Teil meines Arbeitsalltags. Zwei-, dreimal pro Woche kommt er mit ins Büro. Die erste Frage die ich morgens höre: „Ist der Jakob heute mit?“ Er ist unser &#8222;Delphinschwimmen&#8220;, unsere Therapie. Ein bisschen Frieden auf vier Pfoten.</p>



<p>Heute ist Jakob fast elf. Wir sind nun beide ein bisschen ruhiger geworden. Gehen langsamer, schlafen früher, meiden Trubel, wenn’s geht. Und manchmal, wenn ich so in sein Gesicht blicke, denke ich, er sieht mir sogar ähnlich. Oder zumindest sagen das viele. Vielleicht, weil wir uns über die Jahre gegenseitig geformt haben. Wie ein altes Ehepaar, das immer zusammengehalten hat. </p>



<p>Ich weiß nicht, ob ich je wieder einen Hund haben werde. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Denn Jakob ist besonders. Er ist nicht „ein Hund“. Er ist <em>mein</em> Hund. Mein Gefährte durch die dunkelste Zeit. Mein Lehrer in Sachen Geduld, Nähe und Liebe. Mein stiller Retter.</p>



<p>Und solange er bei mir ist, werde ich alles tun, damit seine letzten Jahre genauso voller Liebe sind, wie er meine mit seiner erfüllt hat.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Im Tageshospiz</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/im-tageshospiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Mar 2025 10:39:09 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt/Hospiz]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen meines Praktikums durchlaufe ich verschiedene Stationen im Haus St. Barbara in Alt Erlaa. Heute darf ich das Tageshospiz kennenlernen – eine Erfahrung, die mich tief berührt. Das Tageshospiz bietet unheilbar kranken, aber noch mobilen Menschen die Möglichkeit, einen Tag in entspannter Atmosphäre und angenehmer Gesellschaft zu verbringen. Die Gäste melden sich telefonisch an [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p><br>Im Rahmen meines Praktikums durchlaufe ich verschiedene Stationen im Haus St. Barbara in Alt Erlaa. Heute darf ich das Tageshospiz kennenlernen – eine Erfahrung, die mich tief berührt. Das Tageshospiz bietet unheilbar kranken, aber noch mobilen Menschen die Möglichkeit, einen Tag in entspannter Atmosphäre und angenehmer Gesellschaft zu verbringen. Die Gäste melden sich telefonisch an und werden dann von ihren Angehörigen dorthin gebracht. Manche sind noch so fit, dass sie sogar mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen können.</p>



<p>Der Tag beginnt mit einer Teambesprechung. Die Leiterin der Abteilung, eine Krankenschwester, eine Palliativärztin, eine Diätologin und zwei Ehrenamtliche erwarten mich schon und begrüßen mich herzlich. Für heute werden drei Damen erwartet – Platz wäre für sechs Gäste. Doch die Hemmschwelle ist hoch. Viele Menschen denken beim Wort Tageshospiz noch immer sofort an das Ende, an das Sterben. Dabei ist das hier ganz anders: Es geht um Gemeinschaft, Austausch, das Gefühl, dem eigenen Krankenzimmer zu entfliehen und einfach einen schönen Tag zu erleben. Das Team hier setzt alles daran, genau das zu ermöglichen. Für die Gäste, für mich. Alle helfen zusammen, damit sich jeder wohlfühlt, entspannt und gut aufgehoben ist.</p>



<p>Die Teamleiterin zeigt auf die Uhr – die ersten Gäste könnten gleich eintreffen. Jeder kennt seine Aufgabe, begibt sich in seinen Bereich. Maria, die heute das Kochen übernimmt, wirkt ein wenig verzagt. Sie ist eine freundliche, rüstige Pensionistin, die ihr Leben lang für ihre Familie gekocht hat. Das Menü steht fest: Gemüsesuppe, Zucchinilaibchen und Apfelmus als Dessert. Für eine so erfahrene Köchin eigentlich kein Problem. Doch hier müssen die Speisen leicht verdaulich und weich sein – eine Herausforderung, denn einige Gäste haben Schluckprobleme oder spezielle Ernährungswünsche. Maria schaut hilfesuchend zur Diätologin. „Ich weiß schon, wie man kocht. Aber wie bekomme ich Zucchinipuffer ohne Ei und Mehl hin?“ Gemeinsam inspizieren sie die Vorräte, um eine Lösung zu finden.</p>



<p>Schon kommen die ersten beiden Gäste zur Tür herein. Beide sind gut gelaunt und freuen sich auf eine Tasse Kaffee. Sie stellen sich lebhaft vor, lachen, erzählen. Es fühlt sich an, als wäre ich schon öfter hier gewesen – die entspannte Stimmung steckt an. Ich unterhalte mich gerne mit den Damen, fühle mich sofort wohl. Bald trifft auch die dritte Dame ein, und die Gruppe ist für heute vollständig.</p>



<p>Nach lockerer Unterhaltung beginnt um elf Uhr die Kunsttherapie. Das Thema: „Frühling“. Die Gäste fertigen Zeichnungen, Collagen oder Bastelarbeiten an. Ich sehe zu und freue mich über die positive Stimmung. Beim Arbeiten an den kleinen Kunstwerken entstehen immer wieder lebhafte Gespräche. Frau K malt eine Grußkarte mit einem niedlichen Hasen auf einer Blumenwiese. Sie hat ein kleines Büchlein mit Frühlingsgedanken dabei, wählt einen Spruch aus und schreibt ihn in wunderschöner Schrift auf ihr Kunstwerk. Frau M klebt Sticker auf ein Blatt – sie traut sich nicht zu zeichnen, aber das macht nichts. Jeder macht das, was ihm Freude bereitet. Am Ende hängen die Kunstwerke an der Pinwand, und alle betrachten sie zufrieden.</p>



<p>Schon ist es Zeit fürs Mittagessen. Wir starten mit einem Aperitif – ja, auch Alkohol ist erlaubt. Eierlikör ist eindeutig der Favorit. Es erinnert an ein lebhaftes Familientreffen im Restaurant. Die Gäste werden herzlich bewirtet, dürfen sich zurücklehnen und einfach nur genießen. Das Team gibt alles, um diese entspannte Stimmung so gut wie möglich zu fördern.</p>



<p>Nach dem gemeinsamen, lebhaften Mittagessen atmen alle tief durch. Frau K freut sich, dass sie Appetit hat. „Hier schaffe ich es sogar, alle drei Gänge zu essen“, sagt sie lächelnd. Für sie ist das ein positives Zeichen, eine Art Bestätigung, dass sie doch nicht so krank ist, wie sie manchmal denkt.</p>



<p>Nach dem Essen wird es ruhiger. Frau K legt sich für ein kleines Schläfchen hin, während die beiden anderen Damen gedämpft über ihre Krebserkrankung sprechen. Sie tauschen persönliche Erfahrungen aus, und ich höre aufmerksam zu. Sie bestärken sich gegenseitig, die Hoffnung nicht aufzugeben und die Zeit, die ihnen noch bleibt, bewusst zu genießen. „Mein Sohn sagte neulich, ich bin ein medizinisches Wunder“, erzählt Frau H stolz. „Keiner hat erwartet, dass ich so lange überleben würde. Aber ich habe es geschafft, weil ich so gekämpft habe.“</p>



<p>Ich bin tief berührt und demütig, dass ich an diesen Gesprächen teilhaben darf.</p>



<p>Gegen sechzehn Uhr ist mein Dienst zu Ende. Die Teamleiterin bittet mich noch in ihr Büro, um meine Eindrücke zu besprechen. Sie hört mir aufmerksam zu, und ich merke, dass mir das Tageshospiz durchaus liegen könnte. Ich habe das Bedürfnis, aktiv mitzuhelfen, was meinem Charakter entspricht. Hier ist der Tod nicht so präsent wie auf der Hospizstation. Ich verspreche, noch einen weiteren Probetag zu absolvieren. Ich möchte mir meine Entscheidung wirklich gut überlegen, um den Platz zu finden, der am besten zu mir passt – den Ort, an dem ich am sinnvollsten Zeit schenken kann.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Praktikum im Hospiz</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/praktikum-im-hospiz/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 15 Mar 2025 18:49:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ehrenamt/Hospiz]]></category>
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					<description><![CDATA[Am 27. Jänner 2025 habe ich mein Zertifikat erhalten, das meine Eignung für die angestrebte Tätigkeit als ehrenamtliche Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiterin bestätigt. So weit die Theorie. Um jedoch tatsächlich in einem Hospiz arbeiten zu können, ist ein 40-stündiges Praktikum erforderlich. Ich habe intensiv darüber nachgedacht, ob ich dieses Praktikum auf später verschieben sollte. Auf [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Am 27. Jänner 2025 habe ich mein Zertifikat erhalten, das meine Eignung für die angestrebte Tätigkeit als ehrenamtliche Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiterin bestätigt. So weit die Theorie. Um jedoch tatsächlich in einem Hospiz arbeiten zu können, ist ein 40-stündiges Praktikum erforderlich.</p>



<p>Ich habe intensiv darüber nachgedacht, ob ich dieses Praktikum auf später verschieben sollte. Auf einen Zeitpunkt, an dem ich nicht mehr 50 bis 60 Stunden pro Woche im Büro arbeite und weiter 10 Stunden für die Anfahrt aufwende. Mein Büroalltag ist mittlerweile so stressig und aufreibend geworden, dass ich es kaum noch bemerke. Mein Umfeld hingegen sieht das deutlich und fragt sich wahrscheinlich, ob ich wirklich glaube, jeden Tag aufs Neue die Welt retten zu müssen. Für einen Job, der letztendlich darauf abzielt, Geldwerte zu vermehren und verwalten.</p>



<p>Ich entscheide mich also bewusst dafür, sofort mit dem Praktikum zu beginnen. Gerade weil es einen wertvollen Kontrast zu meinem Beruf bietet. Ich möchte mich mehr auf die wahren Werte des Lebens konzentrieren, Sinn und Erfüllung finden, indem ich anderen Menschen in schwierigen Zeiten zur Seite stehe und echte zwischenmenschliche Verbindungen aufbaue.</p>



<p>Und dann ist er da, mein erster Tag im stationären Hospiz. Ich bin aufgeregt, unsicher, sehr still und empfinde große Ehrfurcht. Ich weiß noch nicht genau, wie ich mit dieser Situation umgehen soll. Ich betrete Neuland. Die Stationsleiterin nimmt mich in Empfang und begrüßt mich herzlich. Wir stehen in einem hellen, freundlichen Aufenthaltsraum, der mich gleichzeitig an Frühstückspension und Krankenhaus erinnert. Als erstes sticht mir eine Anrichte ins Auge. Darauf stehen eine große Kerze, ein aufgeschlagenes Fotoalbum und eine Vase mit Blumen. Im Album finde ich Nachrufe und Bilder der Verstorbenen. Die Station wurde erst im Herbst 2024 eröffnet worden und dennoch sind viele Bewohner bereits wieder verstorben. Es berührt mich sehr. Ich muss schlucken und weiß nicht, was ich sagen soll. Also nicke ich nur, bin betreten und sprachlos.</p>



<p>Wir setzen unseren Rundgang fort. Die Krankenschwestern, Ärztinnen und Pflegerinnen, denen wir begegnen, begrüßen mich herzlich. Ich bin willkommen, das fühlt sich gut an. Ich darf auch ein unbewohntes Zimmer besichtigen. Es ist geräumig und ansprechend, der Raum riecht noch ganz neu. Insgesamt gibt es 16 Betten auf der Station, aktuell sind acht belegt. Bald sollen es mehr werden. Einige Türen der aktuell belegten Zimmer sind geschlossen. Aber auch bei geöffneter Tür treten wir nicht ein, um die Privatsphäre der Bewohner zu respektieren.</p>



<p>Ich bemerke, dass meine Begleitung eigentlich Wichtigeres zu tun hätte. Sie übergibt mich an Maria, eine ehrenamtliche Mitarbeiterin mit zehn Jahren Erfahrung. Sie kennt die Station seit der Eröffnung, kennt auch die Bewohner. Mit ihr betrete ich das erste Zimmer, um „Hallo“ zu sagen. Die Bewohnerin schaut kurz auf und gibt uns zu verstehen, dass sie keine Gesellschaft möchte. „Wissen sie, ich habe schon so viel mitgemacht. Ich will einfach meine Ruhe“. Maria nimmt das gelassen hin, ich fühle mich unwohl. So, als hätte ich eine sehr persönliche Grenze überschritten</p>



<p>Auch im nächsten Zimmer werden wir abgewiesen, die Dame wirkt sogar etwas erschrocken. Ich drehe mich schnell um. Eigentlich möchte ich am liebsten wieder nach Hause gehen. Aber Maria beruhigt mich: „Das ist ganz normal. Jeder Einsatz ist anders. Mal gibt es Bedarf an Gesellschaft, mal eben nicht.“ Wir setzen uns dann zu Frau B, um ihr beim Essen Gesellschaft zu leisten. Sie freut sich sehr darüber und beginnt sofort zu erzählen. Sie spricht lebhaft über ihr Leben und wie wohl sie sich hier fühlt. Sie dachte immer, sie sei ein Einzelgänger, doch hier genießt sie die Gesellschaft und die Aufmerksamkeit.</p>



<p>„Ich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich noch lebe und andere schon gestorben sind“, sagt sie nachdenklich. Sie erzählt auch, dass sie noch ein paar kurzärmelige T-Shirts braucht, da es jetzt so warm geworden ist und dass sie im Winter direkt vom Krankenhaus hierher kam – völlig unerwartet. In ein paar Tagen will sie sich für den Frühling einkleiden, sobald der kleine Modeladen im Erdgeschoss öffnet. „Und dann würde ich gerne Rummikub spielen. Zu dritt ist es viel lustiger als nur zu zweit“, sagt sie mit einem Lächeln.</p>



<p>Ich erfahre, dass Rummikub zur Grundausbildung von Ehrenamtlichen gehört und steige sofort ein. Natürlich gewinnt Frau B alle drei Spiele und ist zufrieden und vergnügt. Jetzt möchte sie sich im Zimmer ausruhen. Sie steht auf, reckt sich ein wenig und ihr Blick sucht nach ihrem Rollator. „Wissen Sie, ich habe zwei künstliche Hüften. Hoffentlich halten die noch!“, meint sie verschmitzt und verabschiedet sich herzlich. Ich bin nun wieder sprachlos, aber im positiven Sinne.</p>



<p>So viel Lebensfreude, so viel Energie. Ich habe viel gelernt heute. Mein Einsatz hier hat Sinn gemacht, hat Freude bereitet. Für diesen Nachmittag war das Hospiz kein Ort zum Sterben. Für diesen Nachmittag war es Frau Bs Zuhause, ihr Wohnzimmer, in dem ich Gast sein durfte.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Gespräch mit Petra &#8211; Teil 2</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/gespraech-mit-petra-teil-2/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 Feb 2025 11:46:38 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
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					<description><![CDATA[Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur den Körper, sondern hat auch tiefgreifende psychische Auswirkungen auf die Betroffenen. So erging es auch Petra. Die Frage, wie ihr Leben weiter gehen soll, waren eine starke emotionale Belastung für sie. Auch heute noch ist nicht vollständig darüber hinweg. Auf dieses Thema wollen wir im zweiten Teil unseres Gesprächs eingehen. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur den Körper, sondern hat auch tiefgreifende psychische Auswirkungen auf die Betroffenen. So erging es auch Petra. Die Frage, wie ihr Leben weiter gehen soll, waren eine starke emotionale Belastung für sie. Auch heute noch ist nicht vollständig darüber hinweg. Auf dieses Thema wollen wir im zweiten Teil unseres Gesprächs eingehen.</p>



<p><strong><em>Wie ging es dir psychisch während dieser Zeit?</em></strong></p>



<p>Ganz ehrlich, mir ging es über lange Strecken richtig schlecht. Schon während meiner Zeit im Krankenhaus wurde ich für drei Wochen auf die psychosomatische Station verlegt. Ich hatte so Angst davor, wie ich mein Leben meistern sollte. Ich litt unter heftigen Panikattacken, es war schrecklich.</p>



<p><strong><em>Also hat dir der Aufenthalt auf der psychosomatischen Station geholfen?</em></strong></p>



<p>Kurzfristig hat es das ganz bestimmt. Es war auch die Zeit, als Corona unser aller Leben verändert hat. Das hektische Treiben hörte für alle irgendwie auf. Der Druck von draußen viel weg, der von mir verlangte, das Leben wieder aufzunehmen. Irgendwie war es eine schöne Zeit, alles kam zur Ruhe. Das ganze Leben spielte sich zu Hause ab. Für mich war es eine Wohltat.</p>



<p><strong><em>Ich kann mich erinnern, du warst doch auf Kur?</em></strong></p>



<p>Das ist richtig. Ich bekam einen dreiwöchigen Aufenthalt in Bad Erlach bewilligt. Diese Kur nennt sich „onkologische Rehabilitation“, die im Anschluss oder während einer Krebstherapie möglich ist. Sie soll helfen, die physischen und psychischen Spuren zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Gesundheit und Aktivität sollen so weit wie möglich wiederhergestellt werden.</p>



<p><strong><em>Wie ging es dir dort? Welche Erinnerungen hast du daran?</em></strong></p>



<p>Ich war Teil einer sechsköpfigen Gruppe. Man hat uns zwar zufällig zusammengewürfelt, aber uns verband dasselbe Schicksal, der Krebs. Es tat gut, sich mit diesen Menschen auszutauschen. Es ist so schwer, seine Gefühle mit jemanden zu teilen, dessen Leben nicht bedroht ist. Der gesund ist und nicht nachvollziehen kann, was in einem vorgeht, wenn sich das schlagartig ändert. Wir waren binnen kürzester Zeit eine Schicksalsgemeinschaft, wurden zu Freunden, zur Familie. Wir konnten über alles reden, ohne Hemmungen jemanden zu viel zuzumuten. Durch diesen Austausch habe ich überhaupt erst realisiert, wie schlimm eine Krebserkrankung ist. Vier aus unserer Sechsergruppe leben heute nicht mehr. Ich bin eine der Überlebenden. Ich kann das oft gar nicht begreifen. Warum ich, wer legt das fest? Ich finde keine Antwort darauf.</p>



<p><strong><em>War dein Aufenthalt der Abschluss deiner Krebsbehandlung?</em></strong></p>



<p>Nicht ganz. Nach der Reha folgte die Antikörpertherapie, die sich über ein ganzes Jahr erstreckte. Nach meiner letzten Behandlung wurde ich dann endgültig aus der Onkologie entlassen. Ich fiel danach abermals ein richtig tiefes Loch. Ich hatte nichts mehr zu tun, meine Liste war abgearbeitet. Wir kümmern uns jetzt nicht mehr länger um dich, geh und mach dein eigenes Ding! Du gehörst hier nicht her. Es überschattet die gute Nachricht, dass du nun geheilt bist. Es kam einfach keine Freude auf. Ich weiß, ich sollte dankbar sein. Und ich war es aber nicht.</p>



<p><strong><em>Wie konntest du deinen Beruf mit Krebs und den damit verbundenen Behandlungen vereinbaren?</em></strong></p>



<p>Es war ganz schnell klar, dass ich eine 40 Stunden Woche als zahnärztliche Assistentin nicht mehr schaffen würde. Ich hatte ein Gespräch mit meinem Chef und wir haben uns einvernehmlich getrennt. Dankenswerterweise gab er mir das Versprechen, ich könnte jederzeit zurückkommen, sobald ich mich dazu in der Lage fühlte. Ich weiß aber für mich, das ist endgültig vorbei. Trotz des Wegfalls eines gesicherten Einkommens war für mich die Aussicht auf ein Leben ohne Druck und Verpflichtungen die einzige Option. Ich konnte nicht anders.</p>



<p><strong><em>Wie hat sich dein Leben sonst noch verändert?</em></strong></p>



<p>Ich habe durch die Erkrankung die Liebe zur Natur entdeckt. Ich habe die heilsame Wirkung von langen Spaziergängen für mich erkannt. Das wäre vor der Krankheit für mich undenkbar gewesen. Spaziergänge, wohlgemerkt kurze, kamen für mich nur in Fragen, wenn es Schaufenster zu sehen gab. Generell lebe ich jetzt intensiver, bewusster. Mein Freundeskreis hat sich nicht verändert, ich hatte schon immer die richtigen Menschen an meiner Seite und sie zum Glück auch behalten. Neben meiner Schwester waren meine Freunde meine große Stütze. Das ging sogar so weit, dass sie mich finanziell unterstützt haben. Ich sollte mich ganz und gar meiner Genesung widmen. Dafür werde ich ihnen immer dankbar sein.</p>



<p><strong><em>Wie geht es dir jetzt Petra?</em></strong></p>



<p>Körperlich fühle ich mich gut, aber meine Seele hat sich noch nicht ganz erholt. Ich kämpfe streckenweise mit Antriebslosigkeit, komme oft nicht aus dem Bett. Das Leben erscheint mir an solchen Tagen völlig sinnlos. Ich bin ängstlich, finde keine Freude und habe Panikattacken. Abhilfe kann ich nur schaffen, indem ich lange schlafe. Aber ich lerne immer besser, damit umzugehen. Mittlerweile kann ich die Panik weg atmen. Ich arbeite an mir und kämpfe mich Schritt für Schritt weiter. Am besten helfen mir jedoch die Gespräche mit meiner Schwester. Sie ist mir hier die größte Stütze. Sie gibt mir die Stärke, die mir fehlt. Sie beruhigt mich und gibt mir die Zuversicht, dass alles gut wird.</p>



<p><strong><em>Du hast doch eine Ausbildung zur Kosmetikerin gemacht?</em></strong></p>



<p>Das ist richtig. Ich habe mich mit Feuereifer in meine Ausbildung gestürzt. Es ist so wichtig, einen Plan zu haben. Mit dieser Ausbildung habe ich etwas gefunden, das mich richtig motiviert. Leider habe ich nun Schwierigkeiten mit der Gewerbebewilligung. Wenn sich dann etwas nicht so entwickelt, wie ich das erhofft habe, zieht mich das sofort wieder runter. Da kann ich mich noch viel zu wenig schützen. Ich zweifle an mir, ob ich das überhaupt kann und stelle alles infrage. Ich brauche eindeutig eine sinnhafte Beschäftigung! Früher, als zahnärztliche Assistentin, konnte ich die Menschen von ihren Zahnschmerzen befreien. Das hat Sinn gemacht! Und da muss ich wieder hin. Das weiß ich.</p>



<p><strong><em>Petra, was ist dein Plan? Wo stehst du in drei Jahren?</em></strong></p>



<p>Ich möchte nicht traurig sein und nicht hadern. Meine Leichtigkeit ist verschwunden, aber ich habe immer noch so viel Freude am Leben. Ich schaffe das mit der Gewerbeberechtigung, ich weiß das. Mein eigenes Studio wird ein Erfolg. Ich kann dann selbstbestimmt arbeiten. In meinem Tempo, in meiner Intensität. Und ganz bald werde ich einen Mitbewohner haben – Pauli, meinen Hund! Darauf freue ich mich ganz besonders!</p>
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		<title>Gespräch mit Petra &#8211; Teil 1</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/gespraech-mit-petra/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 11 Feb 2025 19:41:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gespräche]]></category>
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					<description><![CDATA[Brustkrebs kann jede Frau treffen. Was es dafür braucht, ist lediglich eine Zellveränderung des Brustdrüsengewebes. Ursprünglich gesunde Zellen wachsen unkontrolliert, breiten sich aus und bilden schließlich einen Knoten, respektive Tumor, in der Brust. Dank intensiver Forschung, ständigen Entwicklungen und Fortschritten in der Therapie haben sich die Überlebenschancen von Betroffenen deutlich verbessert und liegen heute bei [&#8230;]]]></description>
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<p>Brustkrebs kann jede Frau treffen. Was es dafür braucht, ist lediglich eine Zellveränderung des Brustdrüsengewebes. Ursprünglich gesunde Zellen wachsen unkontrolliert, breiten sich aus und bilden schließlich einen Knoten, respektive Tumor, in der Brust. Dank intensiver Forschung, ständigen Entwicklungen und Fortschritten in der Therapie haben sich die Überlebenschancen von Betroffenen deutlich verbessert und liegen heute bei 83%. Soweit, so gut. Aber was heißt das für den einzelnen Betroffenen, was sagt das über sein Schicksal aus?</p>



<p>Ich unterhalte mich heute mit Petra. Sie ist eine der derjenigen, die plötzlich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert war. Ihre ganz persönliche Geschichte zeigt auf, dass keine Frau auch nur ansatzweise auf einen solch dramatischen Einschnitt im Leben vorbereitet ist. Petra ist 2018 erkrankt und hat dem Krebs die Stirn geboten. Heute, nach mehr als sechs Jahren, spricht sie mit mir über diese herausfordernde Zeit.</p>



<p><strong><em>Petra, wie hast du überhaupt erkannt, dass du Krebs hast?</em></strong></p>



<p>Ich lag, wie so jeden Tag nach dem Aufwachen im Bett, habe meine WhatsApp Nachrichten durchgescrollt und dabei fiel mir plötzlich mein Handy auf die Brust. Es tat ungewöhnlich weh und ich tastete vorsichtig die schmerzende Stelle ab. Dabei entdeckte ich in der linken Brust einen Knoten. Ich bin jetzt keine Dramaqueen und auch nicht hysterisch, habe das fürs erste überhaupt nicht ernst genommen. Später, als ich die Begebenheit zwei Freunden erzählt habe, begann ich langsam zu realisieren, was das womöglich bedeuten könnte: „Habe ich tatsächlich Krebs?“ Im nächsten Moment fasste ich einen spontanen Entschluss. Sollte es tatsächlich so sein, würde ich mich keiner Chemotherapie unterziehen! Das mag jetzt merkwürdig klingen, wo doch die Heilungschancen bekannterweise sehr gut sind. Aber, zur selben Zeit durchlief gerade mein Chef mit Bauchspeicheldrüsenkrebs eine Chemotherapie. Ich habe miterlebt, wie er von einer Behandlung zur nächsten schwächer wurde und wie sehr er darunter gelitten hat. Er hat es letztendlich nicht überlebt. Für mich hat sich der Eindruck eingeprägt, Chemotherapie lässt dich leiden und am Ende hilft es ja doch nichts. Diese Erfahrungen waren für mich so abschreckend und prägend, dass ich eine Behandlung für mich ausgeschlossen habe.</p>



<p><strong><em>Was hat dich dann bewogen, deine Meinung zu ändern?</em></strong></p>



<p>Ich war völlig durcheinander, konnte keinen klaren Gedanken fassen, das Ausmaß der Situation gar nicht abschätzen. Eigentlich habe ich überhaupt nicht begriffen, was hier vor sich geht. Totales Chaos. Totale Panik. Aber was hilft das schon. Also versuchte ich Struktur in meine Gedanken zu bringen. Ich vereinbarte einen Termin für eine Mammographie, das erschien mir als der erste logische Schritt. Und wie zu befürchten war, bestätigte mir der Radiologe gleich nach der Untersuchung, dass alles auf Brustkrebs hindeutet. Natürlich müsste ich noch zur Biopsie, um weitere Klarheit zu gewinnen. Aber die Diagnose schien mehr oder weniger bestätigt. Mit einem gutgemeinten: „Sie sollten jetzt, aufgrund der psychischen Belastung, besser nicht mit dem Auto fahren“, wurde ich auch schon wieder entlassen.</p>



<p>Ich bin dann doch gefahren, meinte natürlich, ich habe die Situation im Griff. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, dass ich zu Hause auf der Terrasse stundenlang Löcher in die Luft gestarrt habe. Ich konnte mich nicht bewegen, war in völliger Schockstarre. </p>



<p><strong><em>Hast du dich jemanden anvertraut? Ich kann mir vorstellen, dass du erst völlig überfordert warst.</em></strong></p>



<p>Das war ich auch. Heute kann ich sagen, dass ich vieles gar nicht wahrgenommen habe. Auch wenn ich jetzt versuche, meine Erinnerungen zusammenzutragen, schaffe ich nicht jedes Einzelteilchen. Vorerst habe ich es niemandem erzählt. Nicht einmal Claudia, meiner Schwester, habe ich angerufen. Ich wollte einen Befund in den Händen halten, es schwarz auf weiß haben. Was, wenn es doch eine Fehldiagnose ist? Ich habe mich davor gescheut, meine Familie und meine Freunde zu beunruhigen. Leider bestätigte die Biopsie die Diagnose des Radiologen. Der Tumor zeigte sich klar abgegrenzt, eine Operation versprach gute Chancen. Erst hatte ich noch gehofft, ohne Chemotherapie auszukommen. Aber das war mehr Wunschdenken. Man geht wohl zu naiv an die Sache heran. Mein behandelnder Arzt stellte einen Therapieplan auf. Zehn Einheiten Chemotherapie, dann die operative Entfernung des Tumors und der Lymphknoten, anschließend Bestrahlungen. Sollte das alles gut verlaufen, folgt für ein weiteres Jahr eine Antikörpertherapie, die dafür sorgen soll, dass der Krebs nachhaltig verschwindet.</p>



<p><strong><em>Wie ging es dir während der Chemotherapie?</em></strong></p>



<p>Ehrlich gesagt war es wirklich übel. Mir ging es damit so schlecht, dass ich zwei Behandlungen auslassen musste. Mein Körper spielte völlig verrückt. Gott sei Dank zeigte die Therapie aber Wirkung und der Tumor verkleinerte sich. Die Chancen standen gut, dass ich meine Brust behalten würde. Das war für mich der Preis, den ich gerne bezahlen wollte. Die Operation verlief dann auch problemlos. Es wurden, wie besprochen, die Lymphknoten entfernt, um weitere Metastasen auszuschließen. Mir ging es eigentlich gut danach, ich fasste wieder Mut. Das Setzen des Port A Kaths war für mich wesentlich schlimmer gewesen. Aber diesen Zugang benötigte ich für die nachfolgenden Behandlungen.</p>



<p><strong><em>Wie ginge es dann weiter, wann hast du mit der Bestrahlung begonnen?</em></strong></p>



<p>Zuerst einmal musste die Operationswunde gut verheilen, bevor ich mit der ersten von zwanzig verordneten Bestrahlungen starten konnte. Voll motiviert begab ich mich ins Krankenhaus, in der Meinung, das Schlimmste hätte ich bereits hinter mir. Leider lag ich völlig falsch. Ich war ein körperliches Wrack, schon nach den ersten Behandlungen. Die Chemotherapie war schon schlimm, aber das hier übertraf es noch. Ich merke gerade, was die Erinnerung und das Erzählen davon mit mir macht!</p>



<p><strong><em>Ich wollt dir kein schlechtes Gefühl geben, tut mir leid. Möchtest du eine Pause?</em></strong></p>



<p>Alles gut, ich habe ja nicht nur negative Erinnerungen an diese Zeit. Eine Erinnerung, die ich noch lebhaft vor Augen habe, sind die Fahrten ins Krankenhaus zu den Behandlungen. Die Krankenkasse bewilligt mir einen Fahrtendienst und ich hatte das Glück, immer mit demselben Fahrer unterwegs zu sein. Zwischen uns hat sich eine Vertrautheit entwickelt, die mir in meiner Situation so gutgetan hat. Man ist so hungrig nach Menschlichkeit, Anteilnahme, Verständnis und Trost und findet sie dann ausgerechnet bei einem Taxifahrer.</p>



<p><strong><em>Wer war denn dein engster Begleiter während dieser Zeit?</em></strong></p>



<p>Meine Vertrauens- und Krisenperson war eindeutig meine Schwester Claudia. Ohne sie hätte ich das Ganze nicht durchgestanden. Meine Mutter war mit der Situation vollkommen überfordert. Und es ist so wichtig, dass jemand die Übersicht behält und nicht die Nerven verliert. Ich war ohnehin völlig durch den Wind, wenn ich nicht gerade mit Behandlungen beschäftigt war. Solange ich meinen Therapieplan abarbeiten konnte, war alles gut. Ich folgte strikt den Anweisungen. Das Krankenhausteam gab mir die Richtung vor, der ich blind gefolgt bin. Ich gab mich völlig in ihre Hände und fühlte mich verstanden und gut aufgehoben. Ich hatte grenzenloses Vertrauen.</p>



<p><strong><em>Als du dann mit den Behandlungen durch warst, wie ging es dir da? Kam die große Erleichterung, es geschafft zu haben?</em></strong></p>



<p>Nein, leider, das habe ich so nicht empfunden. Ich muss sagen, dass ich den Boden unter den Füßen verloren habe, als das alles zu Ende war. Ich fühlte mich verstoßen aus einem Bereich, in dem ich Sicherheit gefunden hatte. Ich durfte nicht einmal zur Nachbehandlung mehr ins Krankenhaus. Ich sollte mich künftig mit allem an meinen Hausarzt wenden. Ich glaube, genau diese Situation hat mich nachhaltig psychisch komplett aus der Bahn geworfen. Man würde doch eher annehmen, dass ich es kaum erwarten konnte, endlich als geheilt entlassen zu werden. Aber für mich hätte es so weitergehen können. Ich weiß, es klingt absurd, aber genauso hatte ich es empfunden.</p>
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		<title>Wenn ich nicht mehr entscheiden kann</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/wenn-ich-nicht-mehr-entscheiden-kann/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 29 Jan 2025 11:25:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umgang mit der Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[Im Rahmen der Ausbildung zum Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiter wurde viel über die Vergänglichkeit des Lebens, das Sterben und den Tod aufgegriffen. Ich verstehe nur zu gut, dass sich nicht jeder damit wohlfühlt und das Thema gerne weit von sich wegschieben möchte. Auf der anderen Seite bemerke in meinem Freundeskreis, wir gehören fast alle zur [&#8230;]]]></description>
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<p>Im Rahmen der Ausbildung zum Lebens-, Sterbe- und Trauerbegleiter wurde viel über die Vergänglichkeit des Lebens, das Sterben und den Tod aufgegriffen. Ich verstehe nur zu gut, dass sich nicht jeder damit wohlfühlt und das Thema gerne weit von sich wegschieben möchte. Auf der anderen Seite bemerke in meinem Freundeskreis, wir gehören fast alle zur Generation der Babyboomer, ein langsames Erwachen des Bewusstseins, dass die Zeit, die vor uns liegt, weit kürzer ist als die Zeit, die wir bereits hinter uns haben. Da ist viel Wehmut dabei, obwohl es uns eigentlich gut geht. Einige unserer Freunde oder Bekannten hatten nicht so viel Glück und umso mehr genießen wir das Leben und schmieden Pläne für die Zukunft. Meist ist das die nächste Reise, eventuell ein neues Auto oder eine notwendige Sanierung der Wohnung. Und manchmal schleichen sich Überlegungen ein, die bewusste Frage: „Was ist in zehn Jahren? Wird es für mich zu beschwerlich, für eine Urlaubsreise den halben Globus zu umrunden? Bin ich überhaupt noch in der Lage, verantwortungsvoll, sicher und geistig rege mit meinem Auto unterwegs zu sein? Und sollte ich darüber nachdenken, ob das Schlafzimmer im Obergeschoss wirklich die Ideallösung ist?“ Tja, so haben sich die Themen verändert, über die wir bei unseren geselligen Treffen sprechen.</p>



<p>Zurzeit tauchen die Begriffe Patientenverfügung und Vertretungsvollmacht in unseren Gesprächsrunden auf. Obwohl die beiden oft im selben Atemzug genannt werden, haben sie völlig unterschiedliche Funktionen. Aber kaum einer von uns hat die Angelegenheit bereits zu Ende gedacht und eine oder sogar beide dieser rechtlich bindenden Dokumente verfasst und hinterlegt. Auch ich kann mich hier nicht ausnehmen, obwohl ich es durch meinen Kurs eigentlich besser wissen sollte.</p>



<p>Ich erinnere mich an den Vortrag eines Juristen im Rahmen der Ausbildung: Wenn ich nicht mehr entscheiden kann – Erwachsenenschutzgesetz, Patientenverfügung und Vertretungsvollmacht. Zugegeben, Zuhörer, denen Juristendeutsch vertraut ist, konnten dem Vortrag viel leichter folgen als jene, die damit nicht so oft zu tun haben. Aber so schwierig ist es gar nicht, die beiden Dokumente und ihre Bedeutung auseinanderzuhalten.</p>



<p>Patientenverfügung</p>



<p>Eine Patientenverfügung ist ein Dokument, in dem festgelegt wird, welche medizinischen Behandlungen man sich im Ernstfall wünscht und vor allem, welche medizinischen Behandlungen man ablehnt und auf keinen Fall möchte. Im Vorhinein entscheidet man, was geschehen soll, wenn man durch einen Unfall oder ernsthafte Erkrankung nicht in der Lage ist, seine Wünsche zu äußern. In einer Patientenverfügung kann ich festlegen, ob ich lebenserhaltende Maßnahmen wie künstliche Beatmung oder Ernährung haben möchte oder nicht. Diese Wünsche müssen klar und deutlich formuliert sein, damit Ärzte und auch Angehörige im Notfall wissen, was zu tun ist. Eine Patientenverfügung ist acht Jahre lang gültig, wenn man selbst keine kürzere Frist bestimmt. Sie kann jederzeit erneuert, ergänzt oder geändert werden. Bei einer Ergänzung oder Änderung beginnt die Frist von acht Jahren neu zu laufen. Die Patientenverfügung kann darüber hinaus jederzeit widerrufen werden. Es gibt Vordrucke für Patientenverfügungen, die einem die Formulierung der eigenen Wünsche wesentlich erleichtern. Zudem empfiehlt es sich, die Patientenverfügung beim Hausarzt zu hinterlegen. Ein Patientenverfügungsregister gibt es in Österreich zwar nicht, aber zukünftig soll die Patientenverfügung in der elektronischen Gesundheitsakte abrufbar sein.</p>



<p>Meine Tochter hat kurz vor ihrem Tod eine Patientenverfügung ausgefüllt. Sie war dazu bei ihrer Ärztin, die bestätigte, dass ihre Entscheidungen klar und nachvollziehbar nach ausführlichen Gesprächen mit ihren Onkologen getroffen worden sind. Sie bestätigt weiter, dass „….Frau Magnet, geistig in allen Richtungen orientiert und kompetent, sich sehr differenziert mit ihrer Erkrankung und deren Symptomen auseinandersetzt“. Kathi wollte explizit keine Ganzhirnbestrahlung, lehnte diese entschieden ab. Kurative und palliative Begleitung würde sie hingegen gerne in Anspruch nehmen.</p>



<p>Vertretungsvollmacht</p>



<p>Eine Vertretungsvollmacht ist ein Dokument, in dem du einer anderen Person das Recht gibst, in deinem Nahmen Entscheidungen zu treffen, wenn du dazu selbst nicht mehr in der Lage bist. Diese Person wird als „Bevollmächtigter“ bezeichnet. Mit einer Vertretungsvollmacht kannst du sicherstellen, dass jemand, dem du vertraust, deine Interessen oder Wünsche vertritt. Diese Person kann dann Entscheidungen über medizinische Behandlungen, aber auch über andere wichtige Angelegenheiten treffen, wie zum Beispiel rechtliche und finanzielle Fragen.</p>



<p>Beide Dokumente sind wichtig, um sicherzustellen, dass deine Wünsche respektiert werden und du die Unterstützung bekommst, die du dir für dich wünschst. Eigentlich ist es nie zu früh, sich damit auseinanderzusetzen. Natürlich ist beides mit Kosten verbunden, eine Vertretungsvollmacht schlägt sich mit 580 Euro zu Buche, eine Patientenverfügung mit etwa 150 Euro. Aber ich denke, es ist gut investiertes Geld und lässt dich ein wenig entspannter in die Zukunft blicken und die nächste Reise planen.</p>
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		<title>Facebook, Instagram und Trauer</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/instagram-und-trauer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 15 Jan 2025 16:47:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Umgang mit der Trauer]]></category>
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					<description><![CDATA[„Es ist kaum zu glauben – Instagram kennt mich offenbar besser als ich mich selbst!“ Seit ich meine Blogbeiträge auf Instagram und Facebook veröffentliche, überschüttet mich die App mit Stories und Reels, die das Thema Tod und Trauer aufgreifen. Ein Meer aus düsteren Landschaften und weinenden Emojis, herzzerreißende Geschichten von Menschen, die mit ihrem Tod [&#8230;]]]></description>
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<p>„Es ist kaum zu glauben – Instagram kennt mich offenbar besser als ich mich selbst!“ Seit ich meine Blogbeiträge auf Instagram und Facebook veröffentliche, überschüttet mich die App mit Stories und Reels, die das Thema Tod und Trauer aufgreifen. Ein Meer aus düsteren Landschaften und weinenden Emojis, herzzerreißende Geschichten von Menschen, die mit ihrem Tod konfrontiert sind. Beiträge eines jungen coolen Bestatters, der auf dem Weg zur nächsten Party noch schnell einen Verstorbenen aus dem Pflegeheim abholt. Videos, wie man einen Sarg mit Seide ausschlägt und welche Grabblumen sich besonders gut eigenen. Seiten, die mir versprechen, wie ich erfolgreich mit meiner Trauer umgehen kann. Jede Menge aufmunternde Sprüche und Lebensweisheiten, dass das Leben eben nur zu vergänglich ist? Aber brauche ich all das?</p>



<p>Instagram hat ein ausgeklügeltes Algorithmus-System, das auf das Verhalten seiner Nutzer reagiert, um personalisierte Inhalte anzuzeigen. Poste ich also auf Kirschhäubchen eine Erinnerung an meine verstorbene Tochter, erkennt der Algorithmus das und passt meine Suchergebnisse sowie die angezeigten Beiträge entsprechend an. Das hat zur Folge, dass ich mehr Inhalte sehe, die mit Trauer, Verlust oder ähnlichen Themen in Verbindung stehen. Dies können sowohl unterstützende Beiträge als auch Werbung für Trauerbewältigungsressourcen umfassen. Instagram versucht mir Inhalte zu zeigen, die offensichtlich meinem emotionalen Zustand entsprechen. Das kann sowohl hilfreich als auch herausfordernd sein. Es gibt mir vielleicht die Chance, mich mit Gleichgesinnten zu verbinden oder Unterstützung zu finden. Aber auf der anderen Seite ist es oft zu viel des Guten. Es ist deshalb immens wichtig, auf sein eigenes Wohlbefinden zu achten und gegebenenfalls Pausen von solchen Inhalten einzulegen und einfach weiter zu scrollen. Manches finde ich schlichtweg geschmacklos und ich verstehe nicht, wie man solche Postings verfassen kann. Manche Videos sind sogar verstörend und gehen derartig an die Schmerzgrenze, dass ich mich frage, wer hier den Nerv hat, das überhaupt zu filmen? Es scheinen nur die Klicks zu zählen.</p>



<p>Aber manches Mal findet man kleine Schätze, die ich wunderschön finde und ich freue mich, darauf gestoßen zu sein. Ich habe eine junge Frau entdeckt, Clara Lösel, 24 Jahre alt. Sie ist Autorin und Poetryslamerin und hat auf Instagram eine Trauerrede vorgetragen, die ich unbedingt teilen möchte. Clara gibt dazu die Erlaubnis und bittet nur darum, dass man ihren Namen als Verfasserin nennt. Das tue ich hiermit und bedanke mich für diesen berührenden Text.</p>



<p class="has-text-align-center"><em>Wie ein ganz normaler Tag</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Es ist schwer für mich zu begreifen, dass die Erde sich noch dreht.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>So wie gestern, so wie morgen, dass alles einfach weitergeht.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Es ist schwer für mich zu begreifen, dass die Welt noch funktioniert.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Man denkt, es müsste anders sein, wenn man jemanden verliert.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Es ist schwer für mich zu begreifen, dass heute für die meisten Menschen nur ein ganz normaler Tag ist.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Wie können sie das denken?</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Wie kann es sein, dass Menschen ganz normal zur Arbeit gehen? Dass sie Freunde treffen und in Einkaufsschlangen stehen?</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Jemand sagt „Ich liebe Dich“, eine Reisegruppe läuft durch Prag, alles so, als wäre heute nur ein ganz normaler Tag.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Jemand nimmt den letzten Bus, jemand bringt ein Kind zur Welt, jemand wählt zum ersten Mal, jemand bekommt Wechselgeld.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Jemand streicht ein Haus, jemand errechnet den Ertrag, alles so als wäre heute nur ein ganz normaler Tag.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Und ich, ich steh daneben mit Tränen in den Augen und frag mich, wie das geht?</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Und was die Menschen sich erlauben, dass sie so tun, als wäre heute alles doch so ganz normal.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Du bist nicht mehr hier und es scheint ihnen egal.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Und ich muss mich erinnern &#8211; sie wissen es nicht!</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Die Menschen können es nicht verstehen.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Denn weil sie dich nicht kannten, wissen sie auch nicht was fehlt.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Weil man kann ja nur verlieren, was man einmal hatte.</em></p>



<p class="has-text-align-center"><em>Und ganz egal wie sehr ich diesen Tag auch hasse, wenn das der Preis ist, den ich zahle, für die wunderschöne Zeit mit dir, dann würde ich dich jederzeit immer wieder gerne verlieren.</em></p>



<p></p>
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			</item>
		<item>
		<title>Jahresrückblicke</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/jahresrueckblicke/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 01 Jan 2025 17:35:16 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken und Erinnerungen an Kathi]]></category>
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					<description><![CDATA[Heute, es ist der 1. Jänner 2025, überkommt mich schon am Morgen die große Wehmut. Wieder ist ein Jahr um. Die ausgelassene Silvesterfeier hat, wie auch schon an den letzten mehr als zehn Jahreswechseln nicht stattgefunden. Stattdessen habe ich ab 23:30 Uhr eine Stunde lang auf dem Fußboden meines Badezimmers gelegen und versucht, meinen Hund [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Heute, es ist der 1. Jänner 2025, überkommt mich schon am Morgen die große Wehmut. Wieder ist ein Jahr um. Die ausgelassene Silvesterfeier hat, wie auch schon an den letzten mehr als zehn Jahreswechseln nicht stattgefunden. Stattdessen habe ich ab 23:30 Uhr eine Stunde lang auf dem Fußboden meines Badezimmers gelegen und versucht, meinen Hund Jakob zu beruhigen.</p>



<p>Ich habe schlecht geschlafen, wache schon mit Unruhe auf. Ich hasse dieses Gefühl am Morgen, da komme ich einfach nicht in die Gänge. Irgendwie ist mir 2024 wieder nicht der große Durchbruch gelungen und die große Leichtigkeit hat sich nicht eingestellt. Irgendwie fehlt mir für 2025 die große Zuversicht. Und da fällt mein Blick auf das Bücherregal, auf dein Buch &#8222;Kirschhäubchen&#8220;. Und ich schlage nach, wie du dein letztes Silvester 2014 verbracht hast. Ich finde einen Eintrag am 31. Dezember 2014. Du ziehst Bilanz über ein Jahr mit der Diagnose Krebs.</p>



<p>Du startest mit einer Tabelle, du warst so ein strukturiertes Mädchen. Auflistungen über deine Metastasen, Krankenhausaufenthalte, Operationen, MRTs, CTs, Schreckensmomente, Arztbesuche, Blutabnahmen. Das volle Programm. Es ist nicht leicht, das zu lesen. Doch dann ändert sich dein Schreibstil. Keine Tabelle mehr, sondern einfach nur berührende Worte.</p>



<p><em>Es gab in diesem Jahr fürchterliche Tiefen für mich, meine Familie und meine Freunde. Ich traue mich aber zu behaupten, dass es mindestens genauso viele Höhepunkte auf der Sonnenseite von 2014 gab. Ich war in Amsterdam, Belgrad, Bodrum, Hamburg und auf Sylt. Ich habe mit Chrisi ein Yoga-Retreat am Pöllauberg besucht. Ich habe viele Stunden wertvolle Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbracht. Momente, die ich seit meiner Diagnose genieße, wie sonst nichts anderes. Ich habe Weihnachtskekse gebacken und Mama meint, ich bin ein wahrer Senkrechtstarter darin. Ich habe so viel gelacht mit euch und auch mindestens eine Badewanne voller Tränen geweint. Dazwischen habe ich meinen Wohnsitz gewechselt und Oliver und ich haben uns schlussendlich getrennt. Viele Freundschaften haben sich intensiviert, verändert, neugestaltet und einige habe ich auch abgelegt. Ich bin 30 Jahre alt geworden und mache mir Gedanken über die Art und Weise, wie ich bestattet werden möchte und wem ich was hinterlasse. Seit einem Jahr fahre ich Achterbahn und kein Ende ist in Sicht. Ich bin stärker denn je und du Krebs – du wirst nicht die Oberhand gewinnen! Ich werde die neue Therapie bekommen und ich werde weiter alles daransetzen, dass ich noch viele Jahresrückblicke schreiben kann, in denen ich mich vor allem bei Euch bedanken werde.</em></p>



<p>Ich klappe das Buch zu und stelle es wieder zurück ins Bücherregal. Ich hole mir aus der Küche eine Tasse Kaffee, lasse deine Gedanken noch nachwirken. Mir fällt ein, dass ich vor etwa zwei Wochen mit Emilia und Elisa in deinen Sachen gestöbert habe. Du hast ein Reisetagebuch geführt, deine Reisen von 2014 sind darin auch zu finden. Ansichtskarten, Schnappschüsse, Eintrittskarten, Bierdeckel, Flugtickets. Das Buch ist nicht voll geworden, es hört nach deiner Amsterdam-Reise auf. Viele Seiten sind noch frei und die Mädchen fragen mich, warum es nicht weiter geht. Ich erkläre ihnen warum, weil du eben gestorben bist, bevor du noch mehr Reisen unternehmen konntest.  „Aber wir könnten doch weitermachen und Dinge reinkleben.“, meint Elisa. „Und wenn du dann gestorben bist, Gitti-Oma,  dann können wir uns an dich erinnern.“ Das ist eine schöne Idee und nehme mir vor, gleich damit zu beginnen.</p>



<p>Auf ein gutes neues Jahr 2025! Denn Aufgeben ist keine Option.</p>



<p></p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>All I Want For Christmas</title>
		<link>https://www.kirschhaeubchen.at/all-i-want-for-christmas/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Kirschhaeubchen]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 24 Dec 2024 11:10:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Gedanken und Erinnerungen an Kathi]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kirschhaeubchen.at/?p=1940</guid>

					<description><![CDATA[„…. Und plötzlich wurde Weihnachten von einem Fest zu einer Herausforderung.“ Auf diesen Zeilen bin ich beim Durchscrollen auf Instagram hängen geblieben. Sie stammen von einem Benjamin von Schnese, so steht es jedenfalls im Post. Bei meiner anschließenden Internetrecherche konnte ich den Herrn dann leider nicht finden. Er möge mir verzeihen, dass ich seine Worte [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>„…. Und plötzlich wurde Weihnachten von einem Fest zu einer Herausforderung.“ Auf diesen Zeilen bin ich beim Durchscrollen auf Instagram hängen geblieben. Sie stammen von einem Benjamin von Schnese, so steht es jedenfalls im Post. Bei meiner anschließenden Internetrecherche konnte ich den Herrn dann leider nicht finden. Er möge mir verzeihen, dass ich seine Worte trotzdem verwende. Sie bringen mein Gefühl um Weihnachten herum exakt auf den Punkt. Die Herausforderung für mich besteht darin, mich nicht hängen zu lassen, mich nicht in Traurigkeit zu verlieren, den Christbaum trotzdem zu schmücken, auch wenn es unnötig erscheinen mag. Weihnachten jedes Jahr aufs Neue die Chance zu geben, etwas Besonderes zu werden. Denn mit Kathi war es etwas Besonderes. Wenn ich an ihren kindlichen Eifer bei den Vorbereitungen denke, muss ich unwillkürlich schmunzeln.</p>



<p>Für den kindlichen Eifer und die Aufregung rund um das Weihnachtsfest und den Heiligen Abend sorgen jetzt meine beiden Enkeltöchter Emilia und Elisa. Dieses Jahr übernehme ich am 24. Dezember die Nachmittagsbetreuung, damit die Wartezeit bis zur Bescherung verkürzt wird. Wir wollen ins Kino und ich bin wieder vollends damit beschäftigt, alles Notwendige einzupacken. Beide Kinder, ihre Mäntel, Hauben und Handschuhe, den Hund, die Hundeleine, Autoschlüssel, Handtasche und den Müll, den ich bei der Gelegenheit auch gleich entsorgen werden. Meine Jacke sollte ich auch nicht vergessen! Ich lasse noch einen letzten prüfenden Blick durch die Wohnung schweifen, als Mimi mir meine Brille hinhält und meint: „Gitti-Oma, nimm die besser mit. Weil, wenn wir noch einkaufen gehen, kannst du die Preisschilder nicht lesen. Und wir können es dir ja auch noch nicht vorlesen“. Wo sie Recht hat, hat sie Recht! Meine Chancen stehen gut, dass sich im Alter jemand um mich kümmern wird, sollte es notwendig werden.</p>



<p>Endlich fahren wir Richtung Baden und da noch Zeit bis zum Beginn des Films bleibt, spendiere ich noch eine Karussellfahrt am Weihnachtsmarkt. Wir sehen einen entzückenden skandinavischen Familienfilm „Weihnachten in der Schustergasse“. Der ganze Kinosaal ist begeistert, Kinder, Eltern, Großeltern unterhalten sich bestens. Der Kinobesitzer freut sich über die zahlreichen verkauften Sitzplätze. So voll ist der Saal selten.</p>



<p>Auf der Rückfahrt kommt es zur Filmnachbesprechung. Ich liebe diese Unterhaltungen zwischen uns Dreien und versuche mir immer so viel wie möglich davon zu merken. „Der Film war nett“, sagt Elisa. Das ist schon eine Menge Lob für die kleine Dame und zeugt davon, dass es ihr wirklich gut gefallen hat. Mimi ist mitteilsamer, sie lässt einem bildhaft an allem teilhaben, was sie bewegt. „Ein bisschen traurig war es schon. Ich war kurz davor, in Tränen auszubrechen. Ich hatte eine Träne in den Augen, und als ich ein bisschen geblinzelt habe, ist mir diese Träne über die Wangen gelaufen“. Wie unterschiedlich die beiden doch sind. Beide sind einzigartig. Bevor es für mich zu rührselig wird, schlage ich vor, ein paar Weihnachtslieder zu spielen.</p>



<p>„All I Want For Christmas “, schreien Emilia und Elisa gleichzeitig. Ausnahmsweise sind sie einer Meinung. Bei Tante Kathis Lieblingslied herrscht absolute Einigkeit. Wir drehen auf volle Lautstärke, singen aus Leibeskräften mit und tanzen im Sitzen. Mehr Weihnachtsstimmung geht nicht. „War das jetzt so laut, dass es Tante Kathi gehört hat?“, fragt Elisa. „Und die Urli-Oma auch?“, will Mimi wissen. Ich bin mir sicher! Fröhliche Weihnachten an alle Engel da oben.</p>



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